Cover des Jahresberichts 2021

Jahresbericht 2021 der Heinrich-Böll-Stiftung

Aus der Reihe
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Vorwort

Der Rückblick auf das Jahr 2021 ist heute, im März 2022, überlagert vom brutalen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Nicht nur die internationale, sondern auch die Innenpolitik steht unter veränderten Vorzeichen. Dazu kommen zwei weitere schwere Krisen, die die Welt in Atem halten: die Klimakatastrophe und die Folgen der Covid-19-Pandemie. Wir stehen vor gewaltigen Herausforderungen, die auch die Arbeit der Stiftung stark beeinflussen.

Mit der Pandemie nahmen soziale Ungleichheit, Armut und Hunger weltweit zu, Geschlechterungleichheiten wurden sichtbarer und haben sich weiter vertieft. Die Folgen der Klimakrise zeigen sich immer deutlicher: Durch Dürren und Überschwemmungen verlieren Menschen ihr Auskommen, ihr Obdach, ihre Heimat. Der Krieg in der Ukraine zerstört ein aufstrebendes, freies Land und treibt Millionen in die Flucht. Es ist selbstverständlich, dass wir uns dieser Themen intensiv annehmen.

Die Stiftung versteht sich als ein Ort, an dem Menschen gemeinsam mit vielen Partner/innen im Inland und international für eine friedliche, demokratische und lebenswerte Welt arbeiten. Die Bundestagswahl im Herbst 2021 brachte Bündnis90 / Grüne in die Bundesregierung. Wir stellen uns der gestiegenen Verantwortung, die damit einhergeht.

Die aktuellen Geschehnisse zeigen, wie dringlich eine soziale und ökologische Erneuerung unseres Wirtschaftens ist. Wir müssen uns unabhängig machen von fossilen Energieträgern, den Raubbau an unseren Lebensgrundlagen beenden und die Artenvielfalt schützen. Wir brauchen eine neue Friedensordnung in Europa sowie eine Stärkung des Völkerrechts und unserer Sicherheitsarchitektur. Zugleich geht es um verantwortliche Veränderung. Der ökologische Umbau der Wirtschaft darf die soziale Ungleichheit nicht verschärfen. Sozial- und Wirtschaftspolitik müssen zusammengedacht werden.

Wir wollen in dem notwendigen Reflexionsprozess gerade die vielfältigen Stimmen der Menschen im Globalen Süden und der jungen Generation hörbar machen – auf Veranstaltungen, in Publikationen und anderen Medien. Die drei großen Krisen finden im Kontext des weiteren Aufstiegs von Autokratien statt, demokratische Spielräume werden fast überall massiv eingeschränkt, Medienfreiheit ist vielerorts weitgehend aufgehoben und die Repressionen gegen die Zivilgesellschaft sind harte Realität. Trotzdem stehen demokratische Bewegungen – auch mit unserer Unterstützung – für ihre Rechte und gegen Korruption und Repressalien ein und fordern Regierungen heraus. Wir freuen uns, dass in Chile mit dem neuen Präsidenten ein Zeichen der Hoffnung gesetzt wurde.

Wir stärken die Arbeit im Westbalkan und setzen damit ein deutliches Zeichen für eine proaktive und prodemokratische EU-Erweiterungspolitik, die gerade von jungen Menschen in der Region gewünscht wird. Wir sind immer öfter gefragt, in humanitären Krisen Hilfe und Unterstützung für Partnerinnen zu leisten. Ob in Afghanistan oder Myanmar und jetzt in der Ukraine – es geht hier auch um individuelle Hilfestellungen. Wir versuchen so gut es geht, Menschen aus dem Exil heraus in ihrer politischen Arbeit zu unterstützen. Strukturell stärken wir weltweit unsere Arbeit zu Migration und Flucht.

In den letzten beiden Jahren waren unsere Mitarbeitenden im In- und Ausland gewaltigen Belastungen ausgesetzt. Wir bedanken uns für das Engagement und den persönlichen Einsatz, für die Ausdauer und das produktive Miteinander in den vergangenen Jahren. Gemeinsam haben wir es geschafft, die Stiftung in den angespannten Zeiten einer Pandemie und der daraus resultierenden Probleme nicht nur arbeitsfähig, sondern auch innovationsfreudig zu gestalten sowie für Veränderungen zu stärken. Und nicht zuletzt danken wir all jenen Menschen, die sich ehrenamtlich in unseren Gremien engagieren. Ihre Unterstützung bereichert die Stiftung, macht sie vielfältig, lebendig und zusätzlich attraktiv.

Für uns beide ist dies nun der letzte Jahresbericht, denn wir geben die Verantwortung weiter an Imme Scholz und Jan-Philipp Albrecht. Wir wünschen ihnen viel Erfolg, Glück und Freude bei der Arbeit in dieser wunderbaren Institution.

Berlin, im März 2022

Dr. Ellen Ueberschär und Barbara Unmüßig
Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung

Produktdetails
Veröffentlichungsdatum
Juni 2022
Herausgegeben von
Heinrich-Böll-Stiftung
Seitenzahl
60
Sprache der Publikation
Deutsch
Inhaltsverzeichnis
  • Vorwort
  • Radikaler Realismus – jetzt!
  • Für eine alternative Landwirtschaft und Ernährungssicherheit
  • Für ein nachhaltiges Wirtschaftssystem
  • Demokratie und Menschenrechte stärken
  • Die Zukunft Europas gestalten
  • Für eine offene Gesellschaft und gerechte Teilhabe
  • Die Landesstiftungen der Heinrich-Böll-Stiftung
  • Kunst und Kultur
  • Heinrich-Böll-Haus Langenbroich
  • Studienwerk – Rückenwind für junge Talente
  • GreenCampus – Politik erfolgreich machen!
  • Archiv Grünes Gedächtnis
  • Preisverleihungen
  • Stiftungsmanagement
  • Beschäftigte
  • Gremien
  • Vertrauensdozentinnen und Vertrauensdozenten
  • Adressen
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